Die Tankanlage (TAR) und Unterflurbetankungsanlage (UBAG) Rümlang

Die Tankanlage Rümlang ist ein wichtiger Knotenpunkt des Mineralöltransports in der Schweiz. 14% des Schweizer Mineralölabsatzes fliesst durch die Leitungen der Tankanlage Rümlang. Die TAR ist ein Verteillager für Benzin, Diesel und Heizöl. Jährlich werden dort 550 Millionen Liter Mineralöl transportiert. Die Mineralöle werden per Bahn angeliefert und über die Strasse an Firmen wie Agrola, BP oder Öl-Hauser weiterverteilt. Die Unterflurbetankungsanlage (UBAG) in Rümlang hat einen Durchsatz von 1.650 Milliarden Litern, die über eine unterirdische Pipeline an den Flughafen Zürich geleitet werden. 

Durch den gesamten jährlichen Mineralölumsatz ermöglicht die Anlage einen Ausstoss von ca. 5.5 Mio Tonnen CO2 pro Jahr. Heruntergerechnet auf einen einzigen Tag sind das 15’068 t CO2. 

Neuste Daten zur Herkunft des Öls in der Schweis können bei der Zollverwaltung erfragt werden. Watson gab 2019 an, dass die grössten Erdölliferanten für die Schweiz folgende sind: Libyen (36.35% Anteil seit 1988), Nigeria (23.12% Anteil seit 1988) und Kasachstan (10.58% Anteil seit 1988). Dies wird dann in der Raffinerie von Cressier in Diesel, Heizöl, Benzin etc. weiterverarbeitet. 

Berechnungen

Die TAR schlägt 550 Mio Liter Benzin, Heizöl und Diesel im Jahr um und ist jeweils von Montag bis und mit Samstag geöffnet, was etwa 313 Tagen entspricht. Pro Tag wird somit durchschnittlich 1'757'188 Liter über die TAR verteilt. Bei der Verbennung von einem Liter Benzin wird 2.34 kg CO2 ausgestossen, bei einem Liter Heizöl mittel 3.17 kg CO2 und einem Liter Diesel 2.63 kg CO2 (Quelle: evz.admin, 2013). Die genauen Anteile der unterschiedlichen fossilen Stoffe in der TAR ist uns nicht bekannt. Bei gleich gross angenommenen Anteilen wird in der TAR somit im Schnitt pro Liter 2.7 kg CO2 schliesslich ausgestossen. Bei 1'757'188 umgesetzten Litern täglich entspricht dies gerundet 4744 Tonnen CO2. Die TAR ist 12 Stunden am Tag geöffnet. Im Schnitt werden somit mit unser Blockade gerundet 400 Tonnen CO2 pro Stunde blockiert. Als Vergleich: Das entspricht der CO₂-Emissionen pro Kopf- Menge die ein*e durchschnittliche*r Schweizer*in innerhalb von etwa 30 Jahren verursacht (Quelle:myclimate). Oder damit könnte man als einzelne*r Passagier*in ca. 150 Mal von Zürich bis New York fliegen oder über 130'000 Rindsteaks essen. Hält die Blockade den ganzen Tag, also 12 Stunden, werden soviel Emissionen blockiert wie ein*e durchschnittliche*r Schweizer*in in etwa 340 Jahren ausgestossen hätte.

Konkrete Massnahmenvorschläge

Der IPCC Report berichtet immer wieder klar darüber, dass die derzeitgien Klimamassnahmen der Schweiz nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf unter 1.5° zu begrenzen und somit Katastrophen für Menschen und Natur zu verhindern.  

Der Klimastreik hat im Januar 2021 den Klimaaktionsplan veröffentlich, der von Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen gemeinsam erarbeitet wurde. Der Klimaaktionsplan ist ein Massnahmenkatalog, der aufzeigt, wie wir das Ziel von netto 0 Treibhausgasemissionen bis 2030 in der Schweiz erreichen können. Die Klimabewegung fordert den Ausstieg aus den fossilen Energien. Für die konkrete Umsetzung haben wir im CAP einige Vorschläge, unter anderem die folgenden Massnahmen.
 

  • Der Verkauf von fossilen Treibstoffen und fossilem Strom wird spätestens ab 2030 verboten sein. (Massnahme 2.6 CAP)
     
  • Verbot und Ersatzpflicht für fossile und elektrische Heizsysteme (Massnahme 3.1 CAP)
     
  • Ab 2025 ist es in der Schweiz ansässigen Unternehmen verboten, mit fossilen Brennstoffen zu handeln, sie zu fördern oder finanzielle, administrative oder technische Unterstützung für ihre Produktion zu leisten. (Massnahme 4.3 CAP)
     
  • Solarpflicht für geeignete Dächer (Massnahme 5.2 CAP)
     
  • Nichtverbreitungsvertrag für fossile Brennstoffe (FF-NPT) (Massnahme 10.5 CAP)
     
  • Der Finanzsektor wird spätestens 2030 CO2-neutral. Neue Investitionen, Kredite und Versicherungsleistungen für Projekte und Firmen, die fossile Brennstoffe fördern sollen ab sofort verboten werden. (Massnahme 8.1 CAP)
Zum Klima-Aktionsplan