Besonders offensichtlich wird dies, wenn mensch sich bewusst macht, dass die Frage, wie wir zusammenleben wollen, im Zentrum der Klimadebatte steht. Gerade hier geht es um all die Möglichkeiten, auf deren Verwirklichung wir aktuell verzichten müssen: Die meisten Menschen verzichten ein Leben lang während 5 oder mehr Tagen in der Woche darauf, ihre eigenen Arbeitsprozesse mitzugestalten, obwohl sie meistens sehr viel mehr davon verstehen als ihre Vorgesetzen. Ebenso verzichten die meisten darauf, sich aktiv an der Gestaltung der Zukunft zu beteiligen oder haben aus wirtschaftlichen Gründen schlicht keine andere Option als den Verzicht. Viele verzichten auf die Entfaltung ihrer Talente, das Verfolgen ihrer Interessen, weil sie keine Möglichkeit sehen, Geld damit zu verdienen und weil neben der Lohnarbeit dann doch nicht mehr viel Zeit und Energie übrig bleibt. Wir verzichten grösstenteils auf ein Gemeinschaftsgefühl, auf Geborgenheit und das Gefühl, zu etwas Grösserem beitragen zu können. Die Klimadebatte schafft somit den Raum, über all die Möglichkeiten und Freiheiten zu diskutieren, auf die wir bisher verzichtet haben. Sie lässt viele von uns erst erkennen, was wir alles entdecken und erfahren könnten, wenn wir die Art des Zusammenlebens, Zusammenarbeitens und Produzierens verändern. Auf vieles, das wir auf diesem Weg entdecken, werden wir wohl nie mehr verzichten wollen.